Pressemitteilung der Hanfparade vom 06.08.2015
Berliner Versammlungsbehörde verbietet der Hanfparade „themenfremde Infostände“. Die Veranstalter fürchten Willkür und sehen in der Gesinnungsprüfung einen schweren Eingriff in die Versammlungsfreiheit.
Berlin gilt als liberal, doch für die Versammlungsbehörde der Bundeshauptstadt könnte Nichts weniger zutreffen. Seit Jahren macht sie vor allem durch rechtswidrige Eingriffe in die Versammlungsfreiheit von sich reden. Behördenleiter Hass und seine Mitarbeiter setzen dabei darauf, dass Demoanmelder kosten- und zeitaufwändige Gerichtsprozesse scheuen. Die Fuckparade 2001 musste gar sieben Jahre warten, bis sie Recht bekam.
Auch die Hanfparade kann ein trauriges Lied vom Kampf um die vom Grundgesetz geschützte Freiheit politischer Teilhabe singen. Bereits 1999 musste die größte deutsche Demonstration für die Legalisierung von Cannabis ihr gutes Recht vor Gericht durchsetzen. Regelmäßig kommt es seither zu Konflikten zwischen den ParademacherInnen und der Versammlungsbehörde, obwohl diese gesetzlich dazu verpflichtet ist, „versammlungsfreundlich zu agieren“.
Nun wird um die am kommenden Samstag in Berlin stattfindende 19. Ausgabe der traditionsreichen Veranstaltung vor Gericht gestritten. Neuester Zankapfel ist eine Auflage, die der Berliner Polizei gestatten würde, Infostände zu schließen, die sich „nicht in erster Linie“ mit dem Thema der Versammlung Legalisierung beschäftigen. Die Anmelder weisen dies zurück und stellen fest, dass allein die Demomacher entscheiden dürfen, welche Informationsangebote versammlungsbezogen sind. Sie befürchten, dass am Samstag PolizeibeamtInnen willkürlich festlegen, wer in Deutschland Cannabispolitik gestalten darf
so Steffen Geyer, der Leiter der Hanfparade.
Rechtsanwalt Volker Gerloff, Mitglied des Republikanischen Anwaltsvereines (RAV), ist über die Maßnahme der Versammlungsbehörde entsetzt. Er unterstützt die Hanfparade deshalb bei ihrem Streit vor dem Verwaltungsgericht. Wenn die Versammlungsfreiheit tragende Säule der Demokratie bleiben soll, muss der aktuellen Entwicklung entschieden entgegengewirkt werden.
Unabhängig vom Ausgang des Verfahrens erwarten die Veranstalterinnen, dass sich am 8. August rund 10.000 Cannabisfreundinnen aus dem ganzen Bundesgebiet zur Hanfparade einfinden. Diese beginnt um 13 Uhr am Hauptbahnhof und führt über das Bundesgesundheitsministerium und den Berliner Dom zum Brandenburger Tor. Zwischen 17 und 22 Uhr wird dort mit Reden, Livemusik und viel Infotainment für Hanf als Rohstoff, Medizin und Genussmittel geworben.
Für ihre Fragen zur Hanfparade steht Ihnen der Pressesprecher und Versammlungsleiter Steffen Geyer gern unter 0178/6594399 oder per Email an steffen@hanfparade.de zur Verfügung.




Mit der Auftaktkundgebung soll gezeigt werden, wie nützlich Hanf sein könnte, wenn es kein bürokratisches Erlaubnisverfahren gäbe. So lautet eine der Forderungen: Freie Samenwahl auch für Cannabisbäuer/innen!
Die Dinafem-Bühne ist das weithin sicht- und hörbare Zentrum der großen Abschlusskundgebung der Hanfparade 2015. Hier präsentieren in der Zeit von 17 bis 22 Uhr hochrangige Politiker und Szenevertreter ihre Vorstellungen einer risikominimierenden Cannabispolitik oder berichten von den neuesten Entwicklungen in Sachen Nutzhanf. Aufgelockert wird das Programm durch Liveauftritte internationaler Künstler von HipHop bis Rock, die ebenfalls viel zu sagen haben und weitestgehend auf Gage verzichten.
Nach dem Auftritt der 
Die Hanfparade steht kurz vor der Tür und die Vorbereitungen laufen in vollem Gange. Hanffreunde aus aller Welt haben sich eingefunden, um uns zu unterstützen. Vor allem in Berlin sind dieser Tage viele fleißige Hände am Werk, damit die Demonstration ein Erfolg wird.
Darüber hinaus wurde dem Hanfparade Orga-Team die Möglichkeit in Aussicht gestellt, die genutzten Kellerräume langfristig zu mieten.






Der Balkan ist die Region Südosteuropa und bekannt für seine Musik und die eindrucksvollen Balkantänze. Aber was hat die Hanfparade mit dem Balkan zu tun? Auch dort wurde und wird wie fast überall auf der Welt Hanf angebaut, konsumiert und genutzt, aber das ist nicht der Grund.
Dieser Plan ist allerdings bei den Wagenbetreibern auf geringe Gegenliebe gestoßen. Einige haben sich bereit erklärt, es dieses Mal mit etwas anderem auszuprobieren. Die meisten aber haben ihre eigenen Szene-DJs, die sich schon enorm auf ihren Auftritt auf der Hanfparade freuen. Dennoch wird die Musikauswahl auf der Hanfparade 2015 deutlich vielseitiger sein als früher: Funk, Soul, Drum’n’Bass, Jazz, Psytrance, Darkpsy, Hitech, Reggae, Minimal, Turntablism, Hiphop und natürlich: Techno. (Nur z.B. einen Schlager-, Rock- oder Metal-Wagen gibt es immer noch nicht. 
Auf der Abschlusskundgebung der Hanfparade unter dem Motto „
Dass Cannabis eine uralte, nebenwirkungsarme, natürliche Medizin ist, die vielen Menschen helfen könnte, hat sich bis in „bürgerliche Kreise“ herumgesprochen. Selbst die in Hanffragen sonst lernresistente Bundesregierung musste angesichts der Entwicklungen in den USA, Portugal und vielen anderen Ländern einräumen, dass Cannabinoide (so heißen die im Hanf enthaltenen Wirkstoffe) bei einem breiten Indikationsspektrum therapeutisch wertvoll sind und hat „Cannabismedikamente“ zugelassen.
Eine „stinknormale“ Medizinalpflanze ist Hanf jedoch trotz eindeutiger wissenschaftlicher Faktenlage und unzähliger lebender Beweise in Form zufriedener Cannabispatienten noch lange nicht. Wer in Deutschland Cannabis als Medizin nutzen will, muss demütigende bürokratische Hürden nehmen und nicht zuletzt das nötige Kleingeld haben. Das Dogma von der drogenfreien Gesellschaft und die Angst vor einer Verharmlosung des Konsums von Cannabis an sich verhindern eine rationale Bewertung der Möglichkeiten von Hanf als Heilmittel.
