Foto des Demonstrationszugs auf der Straße mit Frontbanner

Global Marijuana March Berlin 2018 – die wichtigsten Infos

Am 5.5.2018 ist es wieder so weit: Der Global Marijuana March Berlin findet statt.

Um 14 Uhr an der Warschauer Straße, Ecke Revaler Straße, geht es los. Unter dem Motto „Gesundheit statt Strafverfolgung“ wollen wir gemeinsam für Freiheit, Gerechtigkeit und Vernunft im Umgang mit Cannabis demonstrieren.

International ist der Global Marijuana March die vielfältigste und einzig globale jährliche Veranstaltung zur Re-Legalisierung von Hanf als Medizin, Rohstoff und Genussmittel. Er wurde 1999 von dem US-Aktivisten Dana Beal ins Leben gerufen mit der Idee, in hunderten bis tausenden Städten weltweit ungefähr zur gleichen Zeit Events zum Thema Cannabis stattfinden zu lassen und über die schädlichen Folgen des Krieges gegen Drogen aufzuklären. Die meisten Veranstaltungen werden von verschiedenen unabhängigen, lokalen Organisatoren an den ersten Wochenenden im Mai durchgeführt. 2018 sind wieder über 200 Städte in etwa 40 Nationen beteiligt.

Wer sich an der Vorbereitung des GMM in Berlin beteiligen und dafür sorgen möchte, dass er eine große, bunte Demonstration wird, kann zum Schilder basteln und malen ab Donnerstag 3.5. in die Kulturstation, Herzbergstr. 53, 10365 Berlin kommen. Angemeldet und organisiert wird der GMM 2018 in Berlin vom Cannabis Social Club Berlin e.V.

Hier gibt es weitere Informationen: https://gmm.berlin/

Ein Facebook-Event darf natürlich auch nicht fehlen: https://www.facebook.com/events/231331457431439/

Kommt zahlreich zum GMM am 5. Mai!

Das Foto zeigt den Demonstrationszug zum Global Marijuana March 2014 in Berlin.

Foto vom Umzug bei der Hanfparade 2014

Vielfalt auf den Paradewagen – Hanfparade tanzt mit dem Balkan

Foto vom Umzug bei der Hanfparade 2014Der Balkan ist die Region Südosteuropa und bekannt für seine Musik und die eindrucksvollen Balkantänze. Aber was hat die Hanfparade mit dem Balkan zu tun? Auch dort wurde und wird wie fast überall auf der Welt Hanf angebaut, konsumiert und genutzt, aber das ist nicht der Grund.

Wegen vielfach geäußerter Kritik in den vergangenen Jahren von einigen Seiten, die Hanfparade sei eine „Techno-Parade“, haben wir den Versuch unternommen, für eine echte musikalische Vielfalt auf den Paradewagen zu sorgen und bisher gar nicht vertretene Genres einzuschließen – Jazz, Rock, Metal oder Volksmusik, um nur einige zu nennen. So sah unser Konzept für die Hanfparade 2015 vor, dass wir uns erstmals in die Musikauswahl der Wagenbetreiber einmischen und jeder Wagen ein anderes musikalisches Genre aus einer von uns aufgestellten Liste „bespielen“ sollte, um mit der Hanfparade insgesamt auch die Tatsache widerzuspiegeln, dass Cannabiskonsum in allen Volksschichten vertreten ist.

Balkan Beats LogoDieser Plan ist allerdings bei den Wagenbetreibern auf geringe Gegenliebe gestoßen. Einige haben sich bereit erklärt, es dieses Mal mit etwas anderem auszuprobieren. Die meisten aber haben ihre eigenen Szene-DJs, die sich schon enorm auf ihren Auftritt auf der Hanfparade freuen. Dennoch wird die Musikauswahl auf der Hanfparade 2015 deutlich vielseitiger sein als früher: Funk, Soul, Drum’n’Bass, Jazz, Psytrance, Darkpsy, Hitech, Reggae, Minimal, Turntablism, Hiphop und natürlich: Techno. (Nur z.B. einen Schlager-, Rock- oder Metal-Wagen gibt es immer noch nicht. Anmeldungen sind weiter möglich…!)

Für „unseren“ Paradewagen – das ist jener, auf dem die RednerInnen bei der Start­kundgebung und den Zwischenkundgebungen stehen werden und der sich beim Umzug in der Mitte der rund einem Dutzend Wagen befinden wird – haben wir uns das Genre „Balkan Beats“ ausgesucht und freuen uns, den Berliner DJ Robert Soko für den dreistündigen Umzug gewonnen zu haben. Balkan Beats sind eine tanzbare, fröhliche Mischung aus elektronischen Beats und traditionellen Melodien und Rhythmen aus dem Balkan. Gewürzt wird das Set von Robert Soko mit Einflüssen aus klassischen Rembetiko-Songs, ein traditioneller Musikstil aus Griechenland, in dessen Liedern oft der Hanfkonsum besungen wird.

Wir hoffen, mit unseren Balkan Beats und Rembetiko auf viele offene Ohren zu treffen und freuen uns auf das Set von Robert Soko. Übrigens: Fortgesetzt wird dieser Teil der Hanfparade am Abend im Berliner Club „Lido“ mit einer Balkanbeats-Hanfparade-Afterparty! Mehr Infos: www.balkanbeats.de

Foto vom Hanfinfostand auf dem Lesbisch-Schwulen Stadtfest

Gleiche Rechte für Ungleiche – Hanfparade auf dem lesbisch-schwulen Stadtfest

Foto vom Hanfinfostand auf dem Lesbisch-Schwulen Stadtfest

Unter dem Motto „Gleiche Rechte für Ungleiche“ veranstaltete der Regenbogenfonds e.V. zum 22. Mal Europas größtes lesbisch-schwules Stadtfest im traditionellen Schwulenviertel um den Nollendorfplatz herum in Berlin-Schöneberg. Auf einer Fläche von 20.000 m² mit mehreren Bühnen wurde Musik, Unterhaltung und Essen geboten. Außerdem stellten sich mehr als 100 Projekte, Organisationen und Parteien vor. Neben dem breitem Spektrum lesbischer, schwuler, bisexueller und transidentischer Projekte waren beispielsweise auch die Aids-Hilfe und die Hanfparade auf dem Motzstraßenfest mit einem Infostand vertreten. In der schwul-lesbischen Szene ist Cannabis, auch als Medizin, eine durchaus wichtige Alternative zu pharmazeutischen Produkten. Speziell das Thema Schmerztherapie bei HIV-Erkrankungen spielte immer wieder eine Rolle.

Foto von Steffen, der einem Besucher etwas erklärt Foto von einem Stelzenmann vor dem Hanfinfostand

Eine Hand voll Aktivist/innen trafen sich am Samstagmorgen an unserem zugewiesenem Platz in der Eisenacher Straße und bauten bei mäßigem Wetter den Stand auf. Geschuldet durch die wetterlichen Umstände waren wir rückblickend an diesem Tag leider optisch schlecht zu erkennen und finden. Der Sonntag hingegen begrüßte uns mit Sonnenschein und angenehm warmen Temperaturen. So schöpften wir an diesem Tag unser vollstes Potential aus und gestalteten einen attraktiven, farbenfrohen, ansprechenden Stand. Dies machte sich sehr schnell bezahlt, so war der Zulauf und das Interesse spürbar deutlich höher.

Geteilt in zwei verschiedenen Bereichen wurde den Besuchern die Nutzbarkeit von Hanf aufgezeigt. Besonders der Bereich „Cannabis als Medizin“ war sehr gefragt. Unsere große Tafel mit der Auflistung von diversen Krankheiten, bei denen Cannabis als Medizin eingesetzt werden kann und die wir bereits auf dem Umweltfestival dabei hatten, zog die Leute förmlich an unseren Stand heran. Dadurch konnten viele Fragen & Mythen beseitigt werden. Viele nahmen sich gleich eine Ausgabe des Medijuana-Magazins mit, um sich noch mehr mit dem Thema auseinanderzusetzen. Auch der Nutzhanfbereich war gut besucht. Dort gab es dann „Hanf zum Anfassen“: Hanfstroh, Hanfscheben, Heizpellets, Tiereinstreu und natürlich Hanfsamen. Man konnte feststellen, das viele Besucher den Kontakt zu der Pflanze und deren Produkten gezielt gesucht haben. Natürlich wurden auch wieder fleißig Infomaterial, wie Flyer & Poster für die Hanfparade oder vom Hanfmuseum verteilt.

Uns allen haben die beiden Tage sehr viel Spaß gemacht, es gab sehr viele schöne Gespräche und neue Kontakte wurden geknöpft. Wir freuen uns drauf, im nächsten Jahr wieder dabei zu sein und ein schönes Fest auf Basis von Akzeptanz, Toleranz und Aufklärung zu unterstützen.

 

Webbanner für den 5. Weltkongress der Hedonistischen Internationale

Präsenz der Hanfparade auf dem Lande

Auf dem Weltkongress der Hedonistischen Internationale

Webbanner für den 5. Weltkongress der Hedonistischen Internationale

Der Fünfte Weltkongress der Hedonistischen Internationale fand von Donnerstag, 29. Mai 2014 bis Montag, 2. Juni 2014, in Kuhlmühle in der Nähe von Wittstock/Dosse statt. Auf dem Programm standen mehr als 120 Stunden Workshops, Vorträge, Lesungen, Filme, Konzerte und vieles mehr. Dazu kamen noch alle Dinge, die spontan auf dem Kongress gestartet wurden. Erstmals hatte der Weltkongress ein fast ausgeglichenes Geschlechterverhältnis auf den Bühnen. Auf dem Programm standen unter anderem Aktionskünstler/innen aus Indonesien, England und Tschechien, Musiker/innen von Mexiko bis Köln, Aktivist/innen aus Israel, Belarus, der Türkei und der Ukraine. Die Themen reichten vom Handelsabkommen TTIP über Sexarbeit bis hin zum subversiv-urbanen Cross-Minigolf. Zudem gab es Beiträge zur Netz- und Wohnungspolitik bis hin zur Clubkultur.

Foto vom Infostand auf dem Weltkongress

Es gab weniger Feierei als letztes Jahr, dafür mehr nächtliches Vortrags- und Workshopprogramm sowie eine Sauna, in der es auch Vorträge gab. Außerdem warteten sehr viele Überraschungen auf die Teilnehmer/innen, die unter jeglichem Radar im kreativen Chaos entstanden. In den Pausen saßen die Leute gemütlich zusammen beim Essen veganer und vegetarischer Spezialitäten oder vergnügten sich beim Baden im Großen Baalsee.

Das OrgaTeam der Hanfparade war in Kooperation mit dem Autonomen Drogeninfostand und der Freien Arbeits­gemein­schaft Drogen­Genuss­Kultur mit einem Infostand auf dem Kongress präsent. Zudem hielt Hans Cousto vom OrgaTeam einen Vortrag zu zum Thema rechts­philosophische und ethische Aspekte der (Drogen-)Gesetzgebung. In seinen Ausführungen erklärte Cousto auch Zweck und Ziel der Hanfparade.

Goa Gil Open Air

Dieses Goa Gil Open Air im Creativ-Center-Göritz (Spreewald) war ein gemeinschaftliches Zusammenkommen, welches zurückführte zur Grundidee, weshalb Menschen seit Anbeginn ihrer Zeit das Bedürfnis hatten, sich zu versammeln, zu musizieren und zu tanzen. Was einige wenige Naturvölker noch instinktiv als festes Ritual in ihrer Lebensgestaltung integriert haben, ist in der westlichen Welt weitgehend vergessen worden: der ekstatische Tanz im Trancezustand. Das Wort „Kultur“ existiert in den modernen westlichen Gesellschaften beinahe nur noch im Sinne von Vermarktung von Trends und Unterhaltung. 

Foto von Hans Cousto vor dem Infostand beim Goa Gil

Die Floor-Einweihung begann mit einem Vortrag von Hans Cousto zum Thema „Vom Urkult zur Kultur – Goa, Tanz, Trance & Ekstase“. In der Ankündigung zum Vortrag hieß es:

»Goa ist vor allem geeignet, im Tanz Trancezustände und Ekstase hervorzurufen, doch ist Goa weit mehr, als gewöhnliche Tanzmusik. Wer gewillt und fähig ist, sich den Rhythmen und Schwingungen von Goa hinzugeben, dem bereitet Goa den Weg in völlig neue, den allermeisten Zeitgenossen bisher unbekannte Erlebnisdimensionen, die von zahlreichen Goaliebhabern durchaus mit religiösen Erfahrungen verglichen werden. Goa ermöglicht durch seine konsequente sequentielle Struktur nicht nur den Zugang zu Bereichen, die der materialistischen, naturwissenschaftlichen Denkweise verschlossen bleiben, wie dies zum Beispiel die mantrischen Gesänge der indischen und tibetischen Mönche auch ermöglichen, sondern auch den Zugang zu Erlebniswelten, die jenseits aller in der klassischen abendländischen Musikkultur und Kunst bisher bekannten Muster liegen.

Goa ist eine Art multimedialer Kunst, wie etwa die Oper, nur mit dem gewichtigen Unterschied, dass die „Zuhörer“ und „Zuschauer“ das Kunstwerk nicht nur betrachten, sondern integrierter Bestandteil desselben sind. Das heißt, die Bühne und der Zuschauerraum sind voneinander nicht getrennt, die Besucher der Goaveranstaltung sind Teilnehmer und Teilhaber wie auch Mitgestalter der Party. Gemeinsam wird der Weg in den Bereich der Ekstase durchwandert – oder besser – durchtanzt. Der DJ ist der Zeremonienmeister.«

Foto vom Infostand beim Goa Gil Festival

Da bei Goa-Partys nicht selten Psychedelika für die psychonautische Reise genommen werden, erklärte Cousto in seinem Vortrag auch Begriffe wie Drogenkompetenz, Drogenmündigkeit und Drogenautonomie. Zudem ging er auf die Drogenpolitik ein und animierte die Anwesenden, sich bei der Hanfparade zu engagieren. Nach dem Vortrag kamen viele Leute mit Fragen zum Infostand der Hanfparade, wo sie nicht nur Antworten auf ihre Fragen bekamen, sondern auch reichlich Infomaterial mitnehmen konnten. Nebst Poster, Flyer und Aufkleber der Hanfparade konnte man am Stand auch ausführliche Infos von der Freien Arbeitsgemeinschaft DrogenGenussKultur finden (Fachinformationen für den nichtmedizinischen Gebrauch diverser psychotrop wirkender Substanzen). Zudem gab es Flyer, Aufkleber und Infoblätter des Hanf Museums, der Günen Hilfe, des Archivs der Jugendkulturen, der Cannabis Social Clubs, der Deutschen AIDS-Hilfe, des Deutschen Hanfverbandes, der Drug Education Angency, der Arbeitsgemeinschaft Cannabinoide als Medizin (IACM) sowie von der European Coalition for Just and Effective Drug Policies (ENCOD).

smile

Presseerklärung veröffentlicht und verschickt

Damit unsere Newsfeed-Abonnenten auf dem Laufenden bleiben, ein Hinweis in eigener Sache: Wir haben in dieser Woche eine Presseerklärung zur Hanfparade 2014 veröffentlicht und an alle erreichbaren Medien geschickt… ob diese nun etwas daraus veröffentlichen oder den Termin für eine Berichterstattung vormerken, wissen wir nicht, aber gehen mal davon aus. Schließlich ist das der Zweck so einer Presseerklärung.

smile

Foto vom Hanfinfostand auf dem Umweltfestival

Umwelt schützen, Hanf benützen – Hanfparade auf dem Umweltfestival

Wer unsere News oder Facebook-Posts verfolgt, weiß, dass wir nicht selten Infostände auf anderen Veranstaltungen machen. Just an diesem Wochenende ist die Hanfparade mit einem Stand auf dem lesbisch-schwulen Stadtfest um den Nollendorfplatz vertreten, vorige Woche waren wir auf dem Malzwiese Festival, und vor zwei Wochen auf dem Umweltfestival am Brandenburger Tor. Genau davon berichten mit einer amüsanten Anekdote Marion und Locke im vierten und letzten Teil dieser Mini-Serie über einige unserer „anderen“ Aktivitäten in diesem Jahr – allen gemeinsam das Ziel, die Öffentlichkeit über die Nutzpflanze, die Medizin und das Genussmittel Hanf aufzuklären.

Hanf-Infostand auf dem 19. Umweltfestival in Berlin

Foto vom Hanfinfostand auf dem Umweltfestival

Mit unserem Hanf-Infostand haben wir an dem Umweltfestival Berlin 2014 teilgenommen. Rund 220 Aussteller und zigtausend Besucher_innen haben wieder ein fröhliches und rauschendes Fest gefeiert. Das Umweltfestival ist Europas größte ökologische Erlebnismeile und ermöglicht, einen Überblick über umweltfreundliche Mobilität und Projekte des Umwelt- und Naturschutzes zu bekommen. Auch wurde wieder bewiesen, dass innovative Produkte sehr wohl nachhaltig sein können. Und dass eine damit einhergehende, effiziente Nutzung der Ressourcen, sowie fairer Handel und faire Arbeitsbedingungen uns ein richtig gutes Leben ermöglichen sowie unsere Umwelt schonen.

Foto vom Hanfinfostand auf dem Umweltfestival

An unserem Hanf-Infostand informierten wir die Besucher_innen zum Beispiel über Hanf als Baustoff. Mit Unterstützung der Hanffaserfabrik Uckermark hatten wir ordentlich viel Hanf zum Anfassen: Hanfstroh, Hanfscheben, Heizpellets, Tiereinstreu und natürlich Hanfsamen. Alles 100% Hanf. Die Hanfbaustoffe wurden von vielen Besuchern_innen angefasst, einige konnten nicht anders und mussten daran riechen und andere dachten wiederum, dass man die Pellets rauchen kann. Was wir natürlich richtig stellen konnten.

Infografik: Die 10 wichtigsten Vorteile von Cannabis für die Gesundheit

„100% Hanf, das ist doch kriminell“, sagte ein Besucher im Vorbeigehen und ging gleich weiter zur Polizei. Die nun sehr interessierten Polizisten_innen guckten sich dezent von weitem unseren Stand an. Eine kriminelle Handlung war nicht zu sehen oder nachzuweisen. Darauf hin kam eine sehr freundliche Hauptkommissarin an unseren Stand und fragte nach Informationen. Wir erklärten ihr ausführlich die ausgestellten Hanfbaustoffe. Als sie erfuhr, dass der Nutzhanf in der Uckermark angebaut und verarbeitet wird, und dadurch Arbeitsplätze entstanden sind, war sie begeistert. Ihre Begeisterung stieg, als sie über die Möglichkeiten von medizinischem Cannabis erfuhr. Gut informiert mit einer Broschüre der Hanffaserfabrik, einem Medijuana Magazin und einem Hanfparade-Flyer und -Plakat ging sie zu ihren Kollegen_innen zurück, die uns von da ab bei jedem Rundgang alle freundlich grüßten.

Als Eye-catcher hatten wir eine große Tafel mit einer Auflistung von diversen Krankheiten, bei denen Cannabis als Medizin eingesetzt werden kann. Was viele Besucher_innen erstaunte, so dass sie um mehr Informationen baten. Einige nahmen sich ein Medijuana Magazin mit, andere fotografierten die Tafel. Auch das Hanfmuseum war ein häufiges Thema.

Um den Termin der Hanfparade nicht zu verpassen, wurden viele Flyer und Poster verteilt. Das Umweltfestival 2014 auf der Straße des 17. Juni war für uns eine rundum erfolgreiche Informationsveranstaltung – genau dort, wo auch die große Abschlusskundgebung der Hanfparade am 9. August 2014 stattfinden wird.

Um mehr Infostände dieser Art durchführen zu können, sowie natürlich um in den letzten (knapp) zwei Monaten vor der Hanfparade noch so richtig viel an Promotion und Vorbereitungen wuppen zu können, freuen wir uns über alle freiwilligen Helfer_innen. Besucht uns mal beim OrgaTreff!

Foto von der Auftaktkundgebung, Blick von hinten

Völker, hört die Signale: Global Marijuana March 2014

Im dritten Teil unserer „Mini-Serie“ über Aktivitäten des Hanfparade-Teams berichtet euch heute Ferdinand, der erst in diesem Jahr zum OrgaTeam dazugestoßen ist, von seinen Eindrücken des von ihm selbst mit vorbereiteten und durchgeführten Berliner „Global Marijuana March“ (GMM) – einer vom US-amerikanischen Aktivisten Dana Beal 1999 ins Leben gerufenen weltweiten Legalisierungsaktion, die zum Ziel hat, jedes Jahr Anfang Mai Millionen Menschen überall auf der Welt für eine gemeinsame Sache in ihren Städten zu versammeln: Das Ende der Hanf-Prohibition und des Krieges gegen Drogen. In Deutschland gab es in diesem Jahr 16 erfolgreiche Aktionen zum GMM, so viel wie noch nie zuvor. Weltweit waren 210 Veranstaltungen in 40 Ländern geplant.

Global Marijuana March 2014 Berlin

Waren Sie schonmal am Kottbusser Tor? Ich war am 10. Mai zum ersten Mal so richtig da, bin nicht nur dort ausgestiegen, um zu Fuß weiterzugehen, sondern traf mich mit Greg, um die Soundanlage für den GMM Berlin abzuholen.

Ein echtes Tor habe ich zwar vermisst, durfte mich aber trotzdem gut auf die anstehende Demo einstimmen. Als Treffpunkt geplant war das Protestcamp am Kottbusser Tor, ein Treffpunkt der Bürger des umliegenden Kiezes die gegen steigende Mieten protestieren. Nun suchte ich mir die nächste größere Menschenansammlung, in Kreuzberg nicht unbedingt die beste Idee wie sich bald herausstellte, immerhin war das Kotti nicht umsonst eine Station an der Route unserer Demo. Während ich mir eine Zigarette dreht wurde ich Zeuge eines Gespräches über gestreckte Drogen, das Aluknäuel in der Hand der einen Beteiligten wies auf Marijuana hin, es hätte auch eine andere Droge sein können. Auf jeden Fall wurde der dubiose Stoff von irgendeinem Dealer gestreckt, leider geht das bei Gras sehr einfach. Nun schlug das Gespräch, themenverschuldet, nach kurzer Begrüßung auch gleich in Aggressivität um und wies so eines der vielen Probleme der aktuellen Drogen-„Politik“ auf: Der Dealer streckt für noch höheren Gewinn (als wäre der nicht sowieso schon astronomisch) und der Konsument trägt die Schäden, immerhin wird er um das erhoffte Erlebnis gebracht und zerstört sich seine Atemwege. Weder erstes noch letzteres wäre mit reinem Gras, an dem der Staat noch Geld durch Versteuerung verdient hätte, nicht passiert.

Während des Konsums von meinem mit knapp 75% versteuertem Tabak ohne Zusatzstoffe wurde ich nun, als nicht betrunken in der Menschentraube leicht auffallend, auf ein weiteres Problem der Drogenprohibition angesprochen, nämlich ob ich nicht ein bisschen brauche. Genau, ein Haarspray-Grüner-Tee-Blei-Mix fehlte mir gerade, nach oben beschriebenem Gespräch. Angeboten an jemanden, der nicht gerade wie schon 18 aussieht – das alles möglich gemacht durch jahrzehntelange Prohibition, die den Handel in den Untergrund trieb und ihn jeder Kontrolle durch die Gesellschaft entzog. Die Dealer, die mich angesprochen haben, haben sicherlich kein Problem, auf Jugendliche zuzugehen und ihnen etwas von dem mehr als dubiosen Stoff zu geben, den sie Gras nennen. Und, warum nicht kaufen? Anstatt Kindern die genauen negativen Einflüsse von Cannabiskonsum auf das sich noch in der Entwicklung befindliche Gehirn zu erklären, sagen wir ihnen nur, dass es schlecht und zu Recht verboten sei, ganz im Gegensatz zu Alkohol und Nikotin, die ja auch viel weniger Leute umbringen als Cannabis {Zynismus aus}.

Foto von der Auftaktkundgebung, Blick von hinten

Frisch bestätigt in meiner politischen Überzeugung brachte ich die zwei Beatbarrels zusammen mit Greg zur Hasenheide. Dort wurde dann auch ab halb zwei jeder Ankömmling mit hochqualitativem Minimal begrüßt, zumindest bis die Veranstaltung durch Greg und Steffen musiktechnisch gerettet und in gewollte Bahnen gelenkt wurde. Ja, der GMM Berlin begann mit einer Auftaktkundgebung in der Hasenheide unter dem Motto „vom Dealer (Hasenheide) zum Coffeshop (Görli)“

Jeder eifrige Hanfaktivist, der an diesem Tag früh, also gegen Mittag, aufgestanden war, wurde so auch mit schönem Wetter und von freundlichen Menschen begrüßt. Kurz vor zwei hatte sich so schon eine nette fröhliche Gruppe am Haupteingang der Hasenheide breit gemacht und wurde mit Klassikern der Legalize-Musik und dem deutschen Kulturerbe allgemein empfangen (hier sei besonders auf „Wir kiffen“ von Stefan Raab hingewiesen) und auf die bevorstehenden Reden zu Beginn des Global Marijuana March Berlin 2014 eingestimmt. Nach der Begrüßung durch Steffen Geyer, seines Zeichens Mitarbeiter des Hanf Museums zu Berlin und Legalisierungsaktivist im glücksverheißendem 13. Jahr, sprach Hans Cousto, Veteran der Szene rund um psychotrope Substanzen, die allgemeinen Probleme der Prohibitionspolitik an. So kollidiert sie schlicht und einfach mit der Erklärung der Menschenrechte und so auch dem Grundgesetz. Das gilt nicht nur für Cannabis, sondern auch für alle anderen psychoaktiven Substanzen, so Hans.

Foto von Tibor Harrach bei der Auftaktkundgebung

Durch die Ansetzung auf den 10. Mai hatten dann auch Aktivisten aus anderen Städten die Zeit, nach Berlin zu kommen, zum Beispiel Stefan Fichte. Sogar ein „echter“ Politiker, Tibor Harrach von den Grünen, war vor Ort und machte dann auch so richtig Wahlkampf, mit Ablesen und großem Plakat, Präsentieren von nicht vorhanden Ergebnissen und so weiter. Der Sprecher nach ihm, Jost Leßmann von der Grünen Hilfe, rügte ihn dann dafür. Immerhin ist Tibor einer der wenigen bei den Grünen, die wissen, dass im Parteiprogramm schon lange ein Ende der Sackgasse Prohibition gefordert wird. Da kann man dann nicht so tun, als wäre Legalisierung bei Bündnis 90/Die Grünen an der Tagesordnung, vor allem wenn man die letzte Aktion in diese Richtung betrachtet. Der „Coffeshop-Vorschlag“ von der Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann war doch eher ein gebrochenes Wahlversprechen. Nach dieser Einleitung ging es dann via HermannplatzKottbusser DammKottbusser TorHeinrichplatzOranienstraße, Wiener Straße zum Görlitzer Park.

Foto des Demonstrationszugs auf der Straße mit Frontbanner

Hier war ich persönlich weiter mit dem Transport der Soundanlage beschäftigt, was sich als äußerst ruhiger Job erwies. Zugegebenermaßen, nicht einmal der Job der Polizisten war anstrengend, denn wie üblich für eine Legalisierungsdemo, zog eine fröhlich lärmende und immer friedliche Menge durch die Straßen. Es herrschte eine fast familiäre Atmosphäre, die hauptsächlich der Cannabiskultur geschuldet ist. Mit fremden Leuten schnell Freund sein, eine Joint teilen, den Grinder und die Longpapes mit Vertrauen weggeben, das gehört für mich zum Gras wie der Geruch und genau das zeigte sich auch hier wieder. Die Polizei griff wie bei den anderen GMMs nicht ein und war auch äußerst freundlich zu den Demonstranten. Persönlich bin ich ja kein Freund von Parolen und war damit anscheinend auch nicht allein. Klar waren wir hier und laut, weil man uns das Ganja klaut. Dieser Spruch schallte vor allem unter der U-Bahn-Trasse am Kottbusser Tor sehr schön laut, aber sonst gab sich die Demo eher ruhig. Es hatte eher den Charakter eines Volksfestes, nicht wie auf der Wies’n oder der Baumblüte, wo sich Menschen zu Hauf sinnlos besaufen, um sich dann zwei Tage gefüllt mit dröhnenden Kopfschmerzen und halbwegs ausgeschlafenem Rausch selbst auszulachen, in Erinnerung an die zwei, drei Ereignisse, die man nicht durch Alkoholkonsum vollkommen vergessen hat. Nein, es herrschte eine ausgelassene Stimmung. Es wurde geredet, gelacht und neue Freundschaften wurden geschlossen. Es war einer der Tage im Jahr, an dem man auf viele Gleichgesinnte traf. Sprach ich schon über die Nebenwirkungen von Cannabis? Nein? Dann sei hier eine zu Die Antwoords „I fink u freeky“ ausgelassen tanzende Menge erwähnt.

Foto von sitzender Menge auf dem Heinrichplatz Foto von einem Redner auf dem Heinrichplatz, im Hintergrund Polizeiautos

Zum Zwischenstopp vor dem Hanfhaus in der Oranienstraße beeindruckte mich vor allem die Rede eines Hannoveraners über seine Probleme, etwa mit der Medizinbeschaffung. Es kann nicht sein, das jemand Schmerzen leidet, nur mit chemischen Medikamenten behandelt wird, natürlich reich an Nebenwirkungen und arm an Wirkungen, wenn Marijuana nach etlichen Erfahrungsberichten besser wirkt und dies vor allem fast ohne Nebenwirkungen. Natürlich wird das ganze beschwerlich, wenn die Krankenkassen die Behandlung nicht übernehmen und eine 5-Gramm-Dose medizinisches Cannabis von 38€ Kaufpreis in Holland auf mysteriöse Weise 80€ an Wert gewinnt, sobald sie in Deutschland ist.

Könnte eine Legalisierung die Situation verbessern?

Es ist ja nicht so, als wollte dies nur ein kleiner Teil der Bevölkerung. Und mit diesem GMM haben wir wieder Aufmerksamkeit erregt und die Auseinandersetzung des Großteils der Gesellschaft mit dem Thema gefordert und gefördert. Viele Menschen standen am Rand und haben uns gefilmt, manche sich sogar angeschlossen. Vor allem auf dem letzten Abschnitt kurz vor dem Görli erreichten wir nochmal besonders viele, die das Thema direkt betrifft. Immerhin sind wir die einzigen, die einen klar durchdachten und funktionierenden Plan haben, das Kriminalitätsproblem im Park auf die Reihe zu bekommen. Polizeiaufgebot macht den Park nicht sicherer, wie auch auf der Abschlusskundgebung gesagt wurde. Selbst wenn das Bezirksamt und die Stadt bereit sind, täglich Razzien durchzuführen und das Polizeiaufgebot massiv zu erhöhen. Denn dann geht das Problem – die kriminellen Dealer – in einen anderen Park. Genau das war Thema der Abschlusskundgebung, die im Amphitheater des Görlitzer Parks stattfand. Die Polizei verließ den Ort und die Demonstration ging friedlich und freundlich ihrem Ende entgegen.

Gruppenfoto nach der Abschlusskundgebung des GMM 2014 Berlin im Görlitzer Park Berlin

Musik gehört gehört zur Demonstrationskultur und gilt auch dann als politische Aussage, wenn sie keine Texte hat – das ist in dem berühmten „Fuckparade“-Urteil des Bundesverwaltungsgerichts richterlich beschieden worden. Wir haben auf dem GMM Berlin größtenteils sogar Songs gespielt, in denen die MusikerInnen textlich für die Legalisierung Stellung beziehen. Aus diesem Grund als Extra zu unserem Nachbericht, hier die vollständige Playlist der Demo:

Playlist Global Marijuana March Berlin 10.05.2014

13:40 – Bob Marley – Get Up, Stand Up
13:43 – Kottonmouth Kings – Proud To Be A Stoner
13:48 – Stefan Raab – Wir kiffen (Maxi Version)
14:38 – Peter Tosh – Legalize It
14:43 – Benjie – Wachtmeister RMX
14:47 – Benjie – Ganja Smoka
14:50 – Ton Steine Scherben – Shit-Hit (Live)
14:55 – Joint Venture – Eduard der Haschischhund
15:00 – Deekline & Ed Solo ft.Million Dan – Paella (Blaze It Up)
15:09 – Raggabund – Ganjatherapie
15:16 – Fahnenflucht und Zaunpfahl – König Gras
15:19 – Seeed – Dickes B
15:24 – Ziggi – Blaze It pt. II feat. Anthony B
15:27 – Bob Marley & The Wailers – Buffalo Soldier
15:32 – Die Andwoord – I fink u freeky
15:36 – Bob Marley & The Wailers – Kaya
15:40 – Ziggi – Blaze it
15:43 – Stefan Raab feat. Shaggy – Gebt das Hanf frei
15:50 – Seeed – Sensimillia
15:56 – Joint Venture – Hank starb an ’ner Überdosis Hasch
15:59 – Ganjaman feat. Junior Randy – Ganjafarmer
16:03 – Ede Whiteman feat. RastaBenji – Der Buschdokta
16:10 – Chronixx – Perfect Tree
16:13 – Sublime – Smoke Two Joints (Live)
16:17 – Nosliw – Dope & Gras
16:29 – Cypress Hill – Hits From the Bong
16:33 – Nikitaman – Mein Weed
16:43 – Tolga & D-Flame – Highssgeliebtes Gras
16:47 – Niyorah – Positive Herb

…und später: spontaner Streetrave zur Boxenabgabe mit Äpiläpti – it is what it is…