Emanuel Kotzian

Ema­nuel Kot­zian, geboren 1972 in Krakau (Kraków), ver­brachte seine Kind­heit am Fuße der Kra­kauer Burg Wawel. 1981 emigrierte er nach Nürnberg. Nach einem ein­jäh­rigen Inter­nats­auf­ent­halt im Bam­berg besuchte er das Pirck­heimer Gym­na­sium in Nürn­berg, wel­ches er mit dem Abitur­jahr­gang 1992 abschloss. Nach seinem Zivil­dienst beim Christ­li­chen Verein Junger Men­schen (CVJM) in Nürn­berg begann er ein Stu­dium der Volks­wirt­schafts­wis­sen­schaften, wel­ches er nach dem sechsten Semester vor­zeitig beendete. Par­allel zum Stu­dium arbei­tete er 1996 bis 1999 als Zoll­sach­be­ar­beiter bei der Firma DHL. Seit 2001 ist er selbst­ständig tätig und gab im Herbst kurz nach der Hanfparade die Nr. 1 des Hanf Journals heraus.

2003 gegrün­dete Ema­nuel Kot­zian die Sowjet GmbH, für welche er als Geschäfts­führer tätig ist und in welcher das Hanf Journal fortan erschien und später auch analoge Zeitungen in Polnisch (Spliff Gazeta Konopna), Tschechisch (Konoptikum), Ukrainisch (Konopravda) und Französisch (RBH – La Gazette du Chanvre). Und für Leute, die lieber Videos anschauen als Zeitungen zu lesen, hat die Sowjet GmbH das Videoportal Exzessiv im Angebot. Exzessiv ist ein Magazin von Hanfnutzern für Hanfnutzer – Cannabis-TV der Extraklasse. Seit November 2006 werden die Videos nicht mehr von eigenen Servern aus ins Netz übertragen, sondern von einem YouTube Kanal, der mit etwa 55.000 Abonnenten und etwa 15 Millionen Aufrufe wohl der größte Videokanal für Kiffer im deutschsprachigen Raum ist.

Vom 10. bis zum 12. September 2004 organisierte Emanuel Kotzian zusammen mit Marco Kuhn, seinerzeit Organisator der Cannatrade in Bern, in Berlin die erste Interhanf. Die erste große Hanf-Messe in der Hauptstadt sollte das Angebot mit Informationen zum Hanf in Berlin erweitern. Im gleichen Jahr fand auch die Cannabusiness in Köln statt. Zwei Hanfmessen in einem Jahr und zeitlich auch noch nahe beieinander hat wohl dazu geführt, dass beide Messen seitdem nie wieder stattgefunden haben. Die Interhanf, so schön sie auch war, hat jedenfalls die Sowjet GmbH fast in den Ruin getrieben, da die Kosten weit höher waren als die Einnahmen.

Emanuel Kotzian, Emmi genannt, wäre nicht der Emmi, wie man ihn kennt, wenn er sich durch einen Misserfolg von neuen Abenteuern abhielten ließe. Im November 2008 – vor einer Volksabstimmung zur Cannabislegalisierung in der Schweiz – unterstützte er mit der “Berliner Hanfwehr” die Befürworter der Legalisierung. Die “Berliner Hanfwehr” war im Vorfeld der Volksabstimmung mit einem roten Hanfwehr-Rettungswagen in der Schweiz unterwegs, um eine diesbezügliche Sonderausgabe des Hanf Journals zu verteilen. Insgesamt verteilte Emmi mit seiner Crew innerhalb von drei Wochen 200.000 Exemplare dieser Sonderausgabe. Trotz seines Einsatzes mit Freunden und Mitarbeitern aus Polen und Tschechien und Autoren des Nachtschatten Verlages stimmten die SchweizerInnen gegen die Cannabislegalisierung.

Bei den Bundestagswahlen 2009 und 2013 sowie bei der Landtagswahl Bayern 2013 trat Emanuel Kotzian für die Piratenpartei im Wahlkreis Nürnberg-Nord an. Er erhielt bei jeder Abstimmung etwas mehr als drei Prozent. Am 11. November 2013 verließ er die Partei, weil die Nürnberger Piraten auf einmal Cannabis nicht mehr so toll fanden und damit keinen Wahlkampf machen wollten.

Im Herbst 2014 startete Emanuel Kotzian mit Gleichgesinnten die Kampagne “Cannabis Social Club ist OK!” CSCistOK!. CSCistOK! führt Schulungen durch. Dabei werden grundlegende Themen behandelt wie z.B. das Funktionieren eines Cannabis Social Clubs. Die logistische Zentrale von CSCistOK! befindet sich auf Fuerteventura, wo praktische Erfahrungen mit Cannabis Social Clubs gemacht werden können.

Reden von Emanuel Kotzian auf der Hanfparade

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