Leitbanner der Hanfparade 1997

20 Jahre deutsche Cannabisgeschichte – 20 Jahre Hanfparade (Teil 1)

Wer die Geschichte der Hanfparade erzählen will, muss inzwischen mehr als zwei Jahrzehnte zurück blicken. Dass sie nach so langer Zeit noch immer gebraucht werden würde, hätte bei ihrer Erfindung niemand gedacht. Mitte der Neunziger schwappte eine nie dagewesene Hanfwelle durch die […]

Hanfparade-Orgateam - dramatisierte Darstellung

Schon wieder demonstrieren? Was bringen Hanfparaden?

Am 13. August findet in Berlin die 20. Hanfparade statt. Zwei Jahrzehnte die ewig gleichen Forderungen. Zwei Jahrzehnte die gleichen Versprechen. Wie viel Geld da wohl verbraten wurde? Wie viel Lebenszeit in den Dekaden wohl ans Demonstrieren verschwendet wurde? Und was hat […]

Hinkel wählen!

Warten auf die Versammlungsbehörde

Man könnte meinen, die Versammlungsbehörde ist eine eigenständige Verwaltung mit festen Mitarbeitern, die den ganzen Tag nichts anderes zu tun haben, als Demonstrationen zu koordinieren. Leider kommt die Verwaltung in diesem Jahr bislang nicht mal dazu, mit uns im Vorfeld der Hanfparade […]

Joep Oomen 1962-2016

Joep Oomen – Ein Nachruf

Am vergangenen Wochenende verstarb in Antwerpen der europaweit bekannte Drogenpolitikaktivist Joep Oomen. Stellvertretend für die Hanfparade blickt Steffen Geyer auf sein Werk zurück. Ich hatte das Vergnügen Joep Oomen im Jahr 2003 in Wien kennen zu lernen. Er veranstaltete damals mit der […]

Jointbau-HelferInnen gesucht!

Am kommenden Sonntag den 02.08.2015 trifft sich die Hanfparade-Deko-Crew zu einer weiteren Bastelaktion. Unter anderem soll das Jointkreuz fertig gestellt werden. Ihr seid herzlich dazu eingeladen, vorbei zu schauen und mit zu helfen.Wir treffen uns um 15 Uhr in der Lausitzerstraße 10 […]

Mehr Transparente – Mehr Legalisierung

Wer möchte, dass das Hanfparade-Engagement über den 8. August hinaus wirkt, muss mehr tun, als nur vor Ort zu sein.Selbst gebastelte Schilder, Transparente und andere personalisierte Meinungsverstärker ermöglichen es, unser gemeinsames Anliegen “vollständige Legalisierung von Cannabis als Rohstoff, Medizin und Genussmittel” auf […]

Bewegter Muselmann mit rheinischem Humor – Özgür Cebe

Bewegter Muselmann mit rheinischem Humor – Özgür Cebe

Wenn der Islam nicht zu Deutschland gehört, Ostwestfalen aber schon, wohin gehört dann ein in Bielefeld geborener Rheinländer mit türkischen Wurzeln?

Die Antwort auf diese Frage ist ein Spagat, den Özgür Cebe jeden Tag praktizieren muss. Das tut weh. Und wenn es weh tut, hilft nur eins: Sich locker machen. Mit Selbstironie und pointierter Beobachtung entwaffnet Cebe alle Scharfmacher durch pure Gelassenheit. Wie man sich mit Humor integrieren kann, davon kann Özgür Cebe ein Lied singen. Und tut dies auch.

1994 begann Cebe eine Hospitanz im Theater an der Ruhr. Unter der Leitung von Roberto Ciulli spielte er erste Rollen, die ihn auf Tourneen nach Italien und Schweden führten. Er absolvierte eine überbetriebliche Ausbildung zum IT-Systemkaufmann und begann im letzten Ausbildungsjahr eine zusätzliche Ausbildung zum Schauspieler, die er mit der Bühnenreife abschloss. Zwei Jahre lang gehörte er zum festen Ensemble in Kaya Yanars Sendung “Was guckst du?!”. Außerdem sieht man ihn häufig in TV-Serien wie der “Lindenstraße” und “Alarm für Cobra 11”. Im Kinofilm Reset gab er sein Debüt als Hauptdarsteller.

Am 6. September 2009 wurde Özgür Cebet erstmals öffentlich zum Stand-up Comedian. Der Kabarettist Jürgen Becker war so begeistert, dass er ihn in das Panel seiner WDR-Sendung “Baustelle Deutschland” nahm. Und zuletzt war Cebe noch bei einer ganz besonderen Premiere dabei: Jürgen Becker moderierte “Kabarett am Minarett” in Deutschlands größter Moschee in Duisburg-Marxloh. Das Ereignis fand großes Medienecho. Der Kölner Stadt-Anzeiger schrieb in einer Kritik: Höhepunkt des Abends war zweifelsohne der Auftritt von Özgür Cebe. 2014 trat er erstmals bei Bündnis 90/Die Grünen auf dem politischen Aschermittwoch auf.

In seinem Programm nimmt der Wahlkölner auch das Hanfverbot in die Mangel. Er selbst profitiere von der grünen Medizin, denn er konnte mit Hilfe von Hanf seine Krebserkrankung überwinden! Aber nicht nur in der Medizin hält er ein Umdenken für nötig. Es ist eine Schande, das Millionen von Menschen sich legal mit Alkohol berauschen dürfen, harmlose Cannabiskonsumenten jedoch immer noch kriminalisiert werden, ihre Führerscheine verlieren und im schlimmsten Fall im Gefängniss landen. Seine Kritik richtet sich im Programm auch an die Bundesdrogenbeauftrage Marler Mortler, stolze Besitzerin mehrerer Hopfenfeldern, die am Verbot festhalten möchte und für Cannabispatienten nur das nötigste tut. Auf der DINAFEM-Bühne wird Özgür “Ötze” Cebe mit Humor auf die Ungerechtigkeit des Hanfverbots aufmerksam machen.

Kat Baloun, Blues Powerfrau

Stoner Blues Womenpower – Kat Baloun

Stoner Blues Womenpower – Kat Baloun Die aus Cincinnati im US-Bundesstaat Ohio stammende Kat Baloun bereichert die Berliner Blues und Rock-Szene schon seit Mitte der Neunziger Jahre. Das “Yorkschlösschen-Urgestein” nutzt dabei neben ihrer fulminanten Stimme auch ein leider oft belächeltes Instrument – […]

Hanf, HipHop, Graffiti – Damion Davis

Hanf, HipHop, Graffiti – Damion Davis

Mit gerade einmal drei Jahren wanderte der 1980 geborene Ostberliner mitsamt seiner Familie nach Warschau aus. Schon als Kind weiß er: “Ich will Musiker oder Schauspieler werden, also irgendwas Extrovertiertes, Profilneurotisches”. Nach dem Fall der Mauer, zurück in Deutschland, im von Plattenbauten geprägten Berliner Ortsteil Buch sieht er, wie sich immer mehr Jugendliche in rechter Gesinnung neue Zugehörigkeit schaffen. Der perspektivlosen Kindheit vieler Altersgenossen widmet er später den Track “Rooftops”. “Eigentlich bin ich ja so ein Crossover-Kind”, reflektiert Davis später. Ist sein Debütalbum “Kehrseite Der Medaille” 2004 noch stark vom Hip Hop geprägt, ergänzt oder substituiert er diese Anteile auf späteren Platten und Mixtapes oft durch Reggae- oder Rockanteile. 2006 übernam er eine Hauptrolle im aufsehenerregenden Graffiti-Szeneporträt “Wholetrain”, 2011 wirkte er an der Seite von Sido, B-Tight und Tony D in der Musikkomödie “Blutzbrüdaz” mit.

Bis heute agiert Davis an allen Fronten. Neben Schauspielerei und Rap-Persona ist er Mit-Labelbesitzer von SpokenView Records, Dokumentarfilmer, Rockmusiker in der Band Nope, Reggae-Künstler (4 MegaHerzOrchester) und Splash!-Festival-Moderator. In seinen cleveren Lyrics äußert sich der Multitasker regelmäßig sozialkritisch, kommentiert soziale Brennpunkte, Kriegspolitik und Staatsmacht, beschäftigt sich aber auch mit grundlegenden Ideen wie Freiheit und dem Bedürfnis, sein Leben nicht “an die Bong zu verschwenden”. Deeshalb sprengt Damion Davis das enge Korsett eines reinen Rap-Künstlers und geht seine eigenen Wege.? Davis ist Schauspieler auf der Kinoleinwand, aber in seinen? Liedern dreht er Filme für die Ohren der Zuhörer. Erlebt man ihn live wird klar, welches Talent in ihm steckt. Deswegen packt er den Kiez in den Koffer und macht sich auf den Weg, die Bühnen dieses? Landes zu rocken – und darüber hinaus! Auf der DINAFEM-Bühne will er auf die noch immer absurde Hanfpolitik aufmerksam machen und zusammen mit den Teilnehmern ein buntes, lautes Zeichen gegen diese Ungerechtigkeit setzen!

Mit den Ohrbooten die Legalisierung ertanzen

Mit den Ohrbooten die Legalisierung ertanzen

Dass Straße nicht immer mit Ghetto gleichzusetzen ist, beweist ein Quartett aus Berlin und demonstriert im angenehmsten Wortsinne street credibility. Getreu dem Motto “Alles Für Alle Bis Alles Alle Ist” werfen die Ohrbooten ungebrochen hemmungslos alles in einen Topf. Spätestens nach über fünfhundert Live-Shows sollte auch dem letzten klar geworden sein: Die Konserve geht in Ordnung. Mittlerweile eilt den vier Berlinern, die durch gelegentliche Überraschungskonzerte auf der Strasse die Kunst der Improvisation sehr gut beherrschen, ihr Ruf als ausgezeichnete Liveband voraus. Selbst häufige Konzertgänger werden immer wieder aufs Neue verblüfft von der musikalischen Vielseitigkeit dieser Jungs, die an ihrem Stil unermüdlich weiterfeilen, den sie selbst „Gip Hop“ getauft haben.

Während ihrer Karriere haben sich die Ohrbooten auch immer wieder mit Hanf und dessen Verbot beschäftigt. In einem Interview im Hanfjournal äußert sich der Gittarist Matze dazu: “Die Gesundheitsschädigung kann nicht das eigentliche Argument für das Verbot sein, sonst könnte ich nicht an jeder Tanke einen Schnaps kaufen. Cannabis wird mit harten Drogen in einen Topf geworfen, während die Legalisierung anderer Drogen wie Alkohol kulturell gerechtfertigt wird. Ich würde mir eine Legalisierung wünschen, denn Cannabis kann in der Schmerztherapie eingesetzt werden und hat viele weitere gute Eigenschaften. Auch Hanf als Rohstoff schadet keinem und würde die Umwelt entlasten.”

Mit dem grossartigen fünften Album “Tanz mal drüber nach” im Gepäck geht die Geschichte der Ohrbooten in eine neue Runde.

Am besten taugt der Ohrbootensound aber immer noch heiß und fettig, live und direkt. Auf der DINAFEM-Bühne werden die Ohrbooten die Abschlusskundgebung eröffnen und euch so richtig einheitzen. Weiterhin sind die Ohrbooten seit Juli 2008 Paten des Projekts: Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage.